Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze

Gegenstand der Förderung

Innovationen im Sinne dieser Richtlinie sind industrielle Anwendungen von Produkten oder Verfahren, die im Vergleich zum Stand der Technik in der Schiffbauindustrie in der Europäischen Union technisch neu oder wesentlich verbessert sind und das Risiko eines technischen oder industriellen Fehlschlags bergen.

Förderfähig sind von Werften oder deren Tochterunternehmen durchgeführte Innovationsmaßnahmen (Produkte oder Verfahren) für den Schiffbau, für Schiffsreparaturen oder Schiffsumbauten bei Handelsschiffen mit Eigenantrieb sowie bei Offshore-Strukturen. Diese Produkt- oder Verfahrensinnovationen müssen erstmalig im Bereich des Schiffbaus in der Europäischen Union industriell angewendet werden.

Förderfähige schiffbauliche Innovationen sind

  1. neue Typschiffe bzw. Offshore-Strukturen:
    Entwicklung, Entwurf und Konstruktion von Prototypen;

  2. neue Komponenten und Systeme eines Schiffes bzw. einer Offshore-Struktur:
    innovative Schiffsteile, die als separate Komponenten vom Schiff bzw. der Offshore-Struktur getrennt werden können;

  3. die Entwicklung neuer Verfahren im Schiffbau:
    Planung und Entwicklung der erforderlichen Anlagen und Ausrüstungen als Voraussetzung für die Anwendung innovativer Prozesse in Planung, Entwurf und Entwicklung, Fertigung und Logistik des Schiffbaus;

  4. die Anwendung neuer Verfahren im Schiffbau:
    Anwendung eines innovativen Verfahrens in der Liefer-, Waren- oder Materialkette. Bei großen Unternehmen ist für die Förderfähigkeit der Anwendung neuer Verfahren im Schiffbau Voraussetzung, dass diese Unternehmen bei der geförderten Tätigkeit mit KMU zusammenarbeiten und die beteiligten KMU mindestens 30 % der gesamten förderfähigen Kosten tragen.

Mit der Richtlinie vom 03. Juni 2015 wurde die Förderung auf kleinere Handelsschiffe (bereits ab 12 Meter Länge) und unbewegliche Offshore-Strukturen ausgeweitet.

Antragsberechtigte

Innovationsförderung können bestehende Schiffbau-, Schiffsreparatur- bzw. Schiffsumbauwerften (im Folgenden: Antragsteller) erhalten, die Sitz und Fertigungsstätte in der Bundesrepublik Deutschland haben und den Schiffbauauftrag oder Teile davon, bei denen förderfähige schiffbauliche Innovationen zur Anwendung kommen, in der Bundesrepublik Deutschland ausführen.

Art der Förderung

Förderfähig sind nur die Kosten, die sich aus der Planung, Vorbereitung und Durchführung des konkrenten Vorhabens ergeben. Sie umfassen sowohl beim Antragsteller entstehende Entwicklungs- Fertigungs- und Herstellungskosten als auch die Kosten für Zulieferungen von Dritten, z. B. Systemzulieferunternehmen, Lieferanten schlüsselfertiger Anlagen, Unterauftragnehmern, sofern sie sich direkt und ausschließlich auf die innovativen Teile des innovativen Vorhabens beziehen.

Innovationsförderungen werden im Wege der Anteilsfinanzierung (Projektförderung) als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt. Die Fördesätze reichen von maximal 15 % bis maximal 50 % der förderfähigen Kosten. Der jeweilige Fördersatz ist abhängig von der Unternehmensgröße (z. B. KMU), der Leistungsfähigkeit des antragstellenden Unternehmens und der Art der schiffbaulichen Innovationen.

Antragsverfahren

Der Antrag auf Innovationsförderung ist vor dem Beginn des Vorhabens zu stellen. Als Beginn der Durchführung gilt der Abschluss eines dem Projekt zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Der Antrag gilt erst dann als gestellt, wenn dem BAFA sowohl der formlose Antrag als auch die vollständig ausgefüllten Formblätter (A und B/S, B/VE oder B/VA), der Nachweis zum Anreizeffekt (bei Großunternehmen Formblatt A/G; KMU eine Ehrenerklärung), die Erklärung, dass die Ermittlung der förderfähigen Kosten nach den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung erfolgt ist sowie die Unterlagen zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vorliegen.

Ansprechpartner

Die Anträge (einschließlich Anlagen) sind einzureichen beim:
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Referat 423 - Mineralöle und Gase, Satellitendatensicherheit, Förderung innovativer Schiffbau
Frankfurter Straße 29 - 35
65760 Eschborn
Telefon: 06196 908-2825 oder -2032 oder -2268
schiffbau@bafa.bund.de
www.bafa.de/isb (Externer Link)

Entscheidungsgrundlage

Richtlinie (extern)
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zum Förderprogramm "Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze" vom 29. November 2017. Die Richtlinie ist bis zum 31. Dezember 2019 befristet.

Erläuterungen (extern) zur Richtlinie vom 29. November 2017.

Stand: 15. Januar 2019