Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Sportbootführerscheine - Befähigungsnachweise für die Sportschifffahrt auf Binnen und Seeschifffahrtsstraßen

Neuer Sportbootführerschein im Scheckkartenformat

Ab 2018 ist es soweit. Der neue Sportbootführerschein im Scheckkartenformat wird ab 01. Januar 2018 das bisherige Führerscheindokument ablösen.

Bei Personalausweisen und Kfz-Führerscheinen hat das Kartenformat schon seit langem Einzug in Brieftaschen und Geldbörsen gehalten. Nun wird auch der Sportbootführerschein auf das sogenannte ID1-Kartenformat nach ISO-Norm 7810 umgestellt und erhält damit auch ein neues Design.

Weiterer Vorteil: Bisher hatten Inhaber von Sportbootführerscheinen beider Geltungsbereiche (See und Binnen) stets zwei Führerscheindokumente. Mit dem neuen Führerschein können beide Geltungsbereiche zukünftig auf einer Karte vereint werden.

Alle bisher erteilten Sportbootführerscheine bleiben weiterhin gültig. Wer seinen „alten“ Sportbootführerschein gegen das neue Kartenformat umtauschen möchte, kann dies ab Januar 2018 in den Geschäftsstellen der beiden beliehenen Verbände, DMYV e. V. und DSV, e. V. beantragen.

Der Sportbootführerschein wird als Internationales Zertifikat (ICC) nach der Resolution Nummer 40 UNECE für die Berechtigung zum Führen von Sport- und Freizeitfahrzeugen erteilt.

Weitere Informationen können dem Flyer (intern) (PDF, 1 Megabyte, Datei ist nicht barrierefrei) entnommen werden.

Sportbootführerscheinverordnung (SpFV)

Mit Zusammenlegung der beiden Sportbootführerscheinverordnungen See und Binnen ist das BMVI einem weiteren Auftrag aus dem Bundestagsbeschluss "Neue Impulse für die Sportbootschifffahrt" (BT-Drs. 17/7937) nachgekommen. Am 09. Mai 2017 wurde die Sportbootführerscheinverordnung (SpFV) (Interner Link) im Bundesgesetzblatt verkündet und trat am 10. Mai in Kraft. Gleichzeitig treten die Sportbootführerscheinverordnungen Binnen und See außer Kraft. Die Anhebung der Längenbegrenzung von Fahrzeugen im Geltungsbereich der Binnenschifffahrtsstraßen außerhalb des Rheins dürfte für die wassersportinteressierten Bürgerinnen und Bürger das Highlight der Verordnung sein. Auch ist der Weg für den Führerschein im Kartenformat ab dem 01. Januar 2018 geebnet. Die Prüfung zum Erwerb des Sportbootführerscheins mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen kann nun auch auf ausländischen Gewässern abgenommen werden.

Weitere Kurzinformationen zu den Änderungen der Verordnung können dem Flyer (extern) entnommen werden.

Bekanntmachung einer vorläufigen Richtlinie zur Durchführung der Sportbootführerscheinverordnung

Die Sportbootführerscheinverordnung vom 03. Mai 2017 (BGBl. I Seite 1016) trat am 10. Mai 2017 in Kraft. Gleichzeitig traten die Sportbootführerscheinverordnung-Binnen vom 22. März 1989 (BGBl. I Seite 536, 1102), die zuletzt durch Artikel 4 Absatz 122 des Gesetzes vom 18. Juli 2016 (BGBl. I Seite 1666) geändert worden ist und die Sportbootführerscheinverordnung-See in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. März 2003 (BGBl. I Seite 367), die zuletzt durch Artikel 4 Absatz 133 des Gesetzes vom 18. Juli 2016 (BGBl. I Seite 1666) geändert worden ist, außer Kraft.

Die beiden nachfolgend aufgeführten Richtlinien sind vorläufig weiter anzuwenden, soweit sich nicht aus der Sportbootführerscheinverordnung explizit etwas anderes ergibt:

  1. Die Richtlinien für den Deutschen Motoryachtverband e. V. und den Deutschen Segler-Verband e. V. über die Durchführung der Aufgaben nach der Sportbootführerscheinverordnung-Binnen vom 21. Februar 1990 - BW 12/44.30.08-02/22 Va 90 - (VkBl. Seite 156), die zuletzt am 13. März 2012 - WS 25/6263.1/4 - (VkBl. Seite 224) geändert worden sind und

  2. Die Richtlinien für den Deutschen Motoryachtverband e. V. und den Deutschen Segler-Verband e. V. über die Durchführung der Aufgaben nach der Sportbootführerscheinverordnung-See vom 15. Oktober 2005 (VkBl. Seite 712; Sonderdruck Nummer B 8101), die zuletzt am 13. März 2012 - WS 25/6234.3/2 - SBF - (VkBl. Seite 224) geändert worden sind.

Diese Richtlinie gilt solange, bis sie durch eine andere Richtlinie zur Durchführung der Sportbootführerscheinverordnung abgelöst wird.

Bewertungsschlüssel eines Bewertungsschemas für die theoretische Prüfung für den Sportbootführerschein

Abweichend von Ziffer 3.2.3.1 der Durchführungsrichtlinie Sportbootführerscheinverordnung-See und Ziffer 3.2.3.1 der Durchführungsrichtlinie Sportbootführerscheinverordnung-Binnen gilt folgender Bewertungsschlüssel (Interner Link).

Amtliche Berechtigungsscheine, Befähigungsnachweise und Berechtigungsscheine

Bekanntmachung einer Übersicht über amtliche Berechtigungsscheine (Interner Link) gemäß § 3 Absatz 2 Nummer 2 und 3 der Sportbootführerscheinverordnung (SpFV)

Bekanntmachung einer Übersicht über amtliche Befähigungsnachweise und Berechtigungsscheine (Interner Link) nach § 3 Absatz 3 Nummer 1 und 3 und § 4 Absatz 2 Nummer 2 und Absatz 3 der Sportbootführerscheinverordnung (SpFV)

Übersicht über die internationalen Befähigungsnachweise (Interner Link) für Führer von Sport- und Freizeitfahrzeugen nach Resolution Nummer 40 ECE

Mit der Zulassung zur Prüfung, der Prüfabnahme sowie der Erteilung der nachfolgend genannten Befähigungsnachweise sind die beiden Verbände Deutscher Motoryachtverband e. V. (Externer Link) (DMYV) und Deutscher Segler-Verband e. V. (Externer Link) (DSV) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beauftragt worden.

Binnenschifffahrtsstraßen

Der Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen ist ein amtlicher Schein, der zum Führen von Sportbooten mit Antriebsmaschine von mehr als 11,03 kW (15 PS) Nutzleistung auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes mit Ausnahme des Rheins vorgeschrieben ist. Er gilt für Sportfahrzeuge von weniger als 20 m Länge. Auf dem Rhein wird ein Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen bereits dann erforderlich, wenn das motorisierte Sportboot mehr als 3,68 kW (5 PS) Nutzleistung hat. Auf den Gewässern der Anlage 8 der Sportbootführerscheinverordnung ist der Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen unter Segel bei Sportbooten, die ausschließlich unter Segel betrieben werden, erforderlich.

Fragen- und Antwortenkatalog (Interner Link) für den amtlichen Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen
(Stand: 01. Juni 2017)

Änderungen (intern) (PDF, 11 Kilobyte, Datei ist nicht barrierefrei) des Fragen- und Antwortenkataloges für den amtlichen Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen

Bekanntmachung der Verteilung der Fragen (intern) (PDF, 12 Kilobyte, Datei ist nicht barrierefrei) des Fragen- und Antwortenkataloges für den amtlichen Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen auf die einzelnen Fragebogen

Sportschifferzeugnis - Sportpatent

Für das Führen von Sportfahrzeugen (mit Antriebsmaschine oder unter Segel) mit einer Länge von 15 m bis weniger als 25 m ist auf allen Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes ein Sportschifferzeugnis nach der Binnenschifferpatentverordnung erforderlich. Für Sportfahrzeuge ab 25 m bis 35 m Länge ist außerdem das Schifferpatent C erforderlich. Für die Erteilung des Sportschifferzeugnisses (Interner Link) ist die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) zuständig.

Zur besseren Information über die Prüfungen für das Sportschifferzeugnis E nach der Binnenschifferpatentverordnung wird der Fragenkatalog für Prüfungen nach der Binnenschifferpatentverordnung (Interner Link) entsprechend der Anlage 11 BinSchPatentV zur Verfügung gestellt.

Auf dem Rhein ist für das Führen von Sportfahrzeugen (mit Antriebsmaschine oder unter Segel) mit einer Länge von 15 m bis weniger als 25 m ein Sportpatent nach der Rheinpatentverordnung erforderlich. Für Sportfahrzeuge ab 25 m bis 35 m Länge ist das Kleine Patent erforderlich. Das Sportpatent für den Rhein (Interner Link) wird von den Standorten Münster, Mainz und Würzburg der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) nach Ablegung einer Prüfung erteilt.

Sonderregelungen für Sportfahrzeuge unter Segel

Für Sportfahrzeuge unter Segel, deren Segelfläche mehr als 6 beträgt, ist auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes im Bereich des Landes Berlin (außer Zeuthener See und Dämeritzsee) eine Fahrerlaubnis (Sportbootführerschein-Binnen unter Segel) erforderlich.

Darüber hinaus gilt diese Fahrerlaubnispflicht auch auf den im Land Brandenburg gelegenen Teilen der

  • Unteren Havel-Wasserstraße von der Nordspitze der Pfaueninsel bis km 16,4 sowie auf der

  • Havel-Oder-Wasserstraße von km 6,4 bis km 10,2 einschließlich Nieder Neuendorfer See.

Die Führerscheinpflicht für Segelsurfer ist auf den oben genannten Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes im Bereich der Länder Berlin und Brandenburg aufgehoben worden. Zum Surfen auf diesen Wasserstraßen ist kein Sportbootführerschein-Binnen mit der Berechtigung "Segelsurfen" mehr erforderlich.

Seeschifffahrtsstraßen / Küstengewässer

Der Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen ist ein amtlicher Schein, der zum Führen von Sportbooten mit Antriebsmaschine von mehr als 11,03 kW (15 PS) auf den Seeschifffahrtsstraßen vorgeschrieben ist. Er gilt ohne Längenbegrenzung.

Fragen- und Antwortenkatalog (Interner Link) für den amtlichen Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen
(Stand: 01. Juni 2017)

Änderungen (intern) (PDF, 8 Kilobyte, Datei ist nicht barrierefrei) des Fragen- und Antwortenkataloges für den amtlichen Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen

Bekanntmachung der Verteilung der Fragen (intern) (PDF, 9 Kilobyte, Datei ist nicht barrierefrei) des Fragen- und Antwortenkataloges für den amtlichen Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen auf die einzelnen Fragebogen

Führer von Yachten und Traditionsschiffen können als Nachweis ihrer Befähigung zum Führen dieser Fahrzeuge in den Küstengewässern einen Sportküstenschifferschein, in den küstennahen Seegewässern einen Sportseeschifferschein und in der weltweiten Fahrt einen Sporthochseeschifferschein nach der Verordnung über den Erwerb von Sportsee- und Sporthochseeschifferscheinen und die Besetzung von Traditionsschiffen (Sportseeschifferscheinverordnung) (Interner Link) erwerben.

Der Sportseeschifferschein ist ein amtlicher empfohlener Schein, der von Personen erworben werden kann, die Inhaber eines Sportbootführerscheins-See sind und die Anforderungen des § 6 Absatz 2 Sportseeschifferscheinverordnung erfüllen. Der Schein gilt auf den küstennahen Seegewässern (Gewässern aller Meere bis zu 30 Seemeilen Abstand von der Festlandküste sowie für die gesamte Ost- und Nordsee, den Ärmelkanal, den Bristolkanal, die Irische und Schottische See, das Mittelmeer und das Schwarze Meer). Der Schein kann für Yachten mit Antriebsmaschine oder für Yachten mit Antriebsmaschine und unter Segel erworben werden. Er ist vorgeschrieben bei gewerbsmäßigem Führen eines Sportbootes nach den Vorgaben der See-Sportbootverordnung.

Der Sporthochseeschifferschein ist ebenfalls ein amtlicher empfohlener Schein, der von Inhabern des Sportseeschifferscheins mit entsprechenden Seemeilennachweis gemäß § 6 Absatz 3 Sportseeschifferscheinverordnung erworben werden kann. Der Schein gilt in der weltweiten Fahrt und kann für Yachten mit Antriebsmaschine oder für Yachten mit Antriebsmaschine und unter Segel erworben werden. Er ist vorgeschrieben bei gewerbsmäßigem Führen eines Sportbootes nach den Vorgaben der See-Sportbootverordnung.

Der Sportküstenschifferschein (SKS) wurde durch Artikel 2 der 7. Verordnung zur Änderung seeverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 22. Dezember 1998 (BGBl. I Seite 4016) zum 01. Oktober 1999 eingeführt.

Es handelt sich um einen amtlichen, freiwilligen Befähigungsnachweis, der die Lücke zwischen Sportbootführerschein-See einerseits und Sportseeschifferschein/Sporthochseeschifferschein andererseits schließt. Er gilt in den Küstengewässern aller Meere (3 bis 12 Seemeilen Abstand von der Küste). Dieser Schein kann für Yachten mit Antriebsmaschine oder für Yachten mit Antriebsmaschine und unter Segel erworben werden. Er ist vorgeschrieben bei gewerbsmäßigem Führen eines Sportbootes nach den Vorgaben der See-Sportbootverordnung.

Der Erwerb des SKS ist in der Sportseeschifferscheinverordnung geregelt. Bis zum 01. Oktober 1999 erworbene BR-Scheine können in einen SKS umgetauscht werden, müssen aber nicht. Die Ausbildungs- und Prüfungsmodalitäten für den SKS sind in den "Richtlinien zur Durchführung der Aufgaben nach § 2 der Sportseeschifferscheinverordnung durch den Deutschen Motoryachtverband e. V. und den Deutschen Segler-Verband e. V. (Durchführungsrichtlinien Sportküstenschifferschein)" vom 03. August 1999 aufgeführt.

Fragen- und Antwortenkatalog (Interner Link) für den amtlichen Sportküstenschifferschein
Stand: 01. Juli 2006 / Gültig ab 01. Januar 2007

Navigationsaufgaben (intern) (PDF, 1 Megabyte, Datei ist nicht barrierefrei) zum Erwerb des amtlichen Sportküstenschifferscheins

Neben den genannten Sportbootführerscheinen existieren - insbesondere für die Binnenschifffahrtsstraßen - noch eine Vielzahl von alten, nationalen Führerscheinen, die nach wie vor in dem erteilen Umfang weitergelten (Interner Link)

Stand: 17. Juli 2018