Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Richtlinie

gemäß § 6 Absatz 1 Ziffer 2 Schiffssicherheitsverordnung für Binnenschiffe, die in einem Bereich seewärts der Grenzen der Binnenwasserstraßen Jade und Weser bis zur Verbindungslinie Schillinghörn über das Haus der Vogelschutzwarte der Insel Alte Mellum zum Kirchtum Cappel verkehren1)

Nach § 9 Absatz 5 Schiffssicherheitsverordnung genügt für Binnenschiffe, die keine Fahrgäste und sonstige nicht zur Besatzung zählende Personen an Bord haben, - ausgenommen Öl, Gas- und Chemikalientankschiffe - hinsichtlich der baulichen Beschaffenheit und der Ausrüstung im Bereich seewärts der Grenzen der Binnenwasserstraßen Jade und Weser bis zur Verbindungslinie Schillinghörn über das Haus der Vogelschutzwarte der Insel Alte Mellum zum Kirchturm Cappel eine gültige Bescheinigung der Zentralstelle Schifffsuntersuchungskommission/Schiffseichamt über die Einhaltung der Anforderungen der Richtlinien nach § 6.

Binnenschiffe dürfen dieses Gebiet nur mit einer gültigen Fahrtauglichkeitsbescheinigung nach § 6 oder § 7 der Binnenschiffsuntersuchungsordnung (BinSchUO), jeweils mit einem zusätzlichen Gemeinschaftszeugnis für Zone 2 oder Zone 1, befahren.

Sie müssen dabei zusätzlich folgende Anforderungen erfüllen:

  1. Die Fahrten dürfen nur im Sommerhalbjahr, während des Zeitraumes in dem die Fahrrinne ausgetonnt ist, in der Zeit von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, bei guter Sicht (mindestens 1 000 m), ruhiger Wetterlage (höchstens Windstärke 5 Bft), ruhiger See (höchstens Seegang 3) und keiner Gewitterneigung unter Beachtung der Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes durchgeführt werden.

  2. Die Fahrtdauer zwischen Häfen darf in der Regel 10 Stunden nicht überschreiten.

  3. Das Fahrzeug ist mit einem zugelassenen*) aufblasbaren Rettungsfloß mit einer Kapazität für alle an Bord befindlichen Personen auszurüsten. Für alle an Bord befindlichen Personen sind zugelassene*) Rettungswesten vorzusehen. Die für die Küstenfahrt vorgeschriebenen, zugelassenen*) Schiffsnotsignale sind mitzuführen.

  4. Auf Binnenschiffen mit einer Länge bis 45 m muss zusätzlich ein vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zugelassener und regulierter Kompass an Bord sein.

  5. Die letzte Bodenbesichtigung darf nicht länger als 2 Jahre zurückliegen.

  6. Binnenschiffe dürfen Containerladung nur dann auf dieser Strecke transportieren, wenn sie Kapitel 22 der Rheinschiffsuntersuchungsordnung erfüllen; unbeschadet dessen dürfen dabei nur gesicherte Container transportiert werden.

  7. Die Erfüllung der vorgenannten Anforderungen ist durch eine zusätzliche Bescheinigung, die von der Zentrale Schiffsuntersuchungskommission/Schiffseichamt ausgestellt wird, nachzuweisen.

  8. Binnenschiffe können das genannte Seegebiet mit Besatzungen nach den Bestimmungen der Binnenschiffsuntersuchungsordnung befahren, wenn der Schiffsführer ein nautischen Befähigungszeugnis zum Kapitän nach der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung besitzt.

1) Die Verpflichtung aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22.06.1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften (Abl. EG Nummer 204 Seite 37), zuletzt geändert durch die Richtlinie 98/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20.07.1998 (Abl. EG Nummer 217 Seite 18) sind beachtet worden.

*) zugelassen nach EU Schiffsausrüstungsrichtlinie (RL 96/98/EG) in der jeweils geltenden Fassung

Stand: 18. August 2017