Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

§ 11 Besondere Anforderungen für die Erteilung einer Fahrerlaubnis: Fahrzeit, Fahrleistungen

(1) Der Bewerber muss eine Fahrzeit als Mitglied einer Decksmannschaft

  1. von vier Jahren, davon an Bord eines Fahrzeuges mit Maschinenantrieb in der Binnenschifffahrt von mindestens zwei Jahren als Matrose oder Matrosen-Motorwart oder einem Jahr als Bootsmann, für die Erteilung einer Fahrerlaubnis der Klassen A oder B,

  2. von einem Jahr als Matrose oder Matrosen-Motorwart an Bord eines Fahrzeuges mit Maschinenantrieb in der Binnenschifffahrt für die Erteilung einer Fahrerlaubnis der Klassen C1 oder C2,

  3. von einem Jahr, davon mindestens von drei Monaten innerhalb der letzten zwölf Monate vor Antragstellung, für die Erteilung einer Fahrerlaubnis der Klassen D1, D2 oder F

nachweisen.

(2) Für die Berechnung der Fahrzeit gilt:

  1. 180 effektive Fahrtage in der Binnenschifffahrt gelten als ein Jahr Fahrzeit. Innerhalb von 365 aufeinander folgenden Tagen können höchstens 180 Tage angerechnet werden.

  2. Auf die Fahrzeit, die nicht als Matrose, Matrosen-Motorwart oder Bootsmann geleistet werden muss, werden angerechnet

    1. die Zeit der Ausbildung höchstens bis zu zwei Jahren, wenn die Person Inhaber eines von der zuständigen Behörde anerkannten Zeugnisses über den erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung auf dem Gebiet der Binnenschifffahrt mit praktischen Ausbildungsteilen ist,

    2. die nachgewiesene Fahrzeit auf See als Mitglied einer Decksmannschaft höchstens bis zu zwei Jahren, jedoch bis zu drei Jahren, soweit die Fahrerlaubnis nur für Wasserstraßen der Zonen 1 oder 2 beantragt wird. Dabei gelten 250 Seefahrtstage als ein Jahr Fahrzeit.

(3) Alle Fahrzeiten müssen auf Schiffen geleistet sein, für deren Führen

  1. eine Fahrerlaubnis der Klassen A bis C, oder - sofern eine Fahrerlaubnis der Klasse D beantragt wird - eine Fahrerlaubnis der Klassen A bis D - oder sofern eine Fahrerlaubnis der Klasse F beantragt wird - eine Fahrerlaubnis der Klassen A bis D oder F,

  2. ein auf Grund der Rheinpatentverordnung erteiltes Großes Patent, Kleines Patent oder Kanalpenichenpatent oder

  3. ein Befähigungszeugnis nach § 5 Absatz 1 Nummer 1, 2, 4 oder 5 Satz 1, Absatz 3 oder 4

erforderlich wäre.

Stand: 01. Januar 2003